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Winterreifenpflicht
Sven S. wollte sich das Geld für Winterreifen schlichtweg sparen. Als er an einem Dezembermorgen jedoch unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde, weigerte sich die gegnerische Versicherung, vollständig dafür zu haften. Begründung: Sven S. fuhr mit Sommerreifen und war somit den Wetterverhältnissen nicht angepasst. Die Folge: Einen Teil der Reparaturkosten musste er selbst tragen.<
Grund dafür ist ein Gesetz, das im Mai 2006 in Kraft trat:
„Bei Kraftfahrzeugen ist die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen. Hierzu gehören insbesondere eine geeignete Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage.“ (§ 2 Abs. 3 a StVO)
Zwar ist mit dieser Gesetzgebung keine allgemeine Winterreifenpflicht vorgeschrieben, aber bei winterlichen Verhältnissen muss das Auto entsprechend angepasst werden. Ist das nicht der Fall, kann es teuer werden. Bei Verstoß droht ein Bußgeld, bei einer Verkehrsbehinderung sogar zusätzlich ein Punkt in Flensburg.
Wichtig für Winterurlauber:
In Alpenländern wie Österreich, Frankreich und Italien werden Winterreifen fest vorgeschrieben, sobald winterliche Bedingungen vorliegen. Wesentlich strenger ist man in Finnland. Hier müssen Winterreifen vom 1. Dezember bis 29. Februar mit einer Mindestprofiltiefe von 3 mm verwendet werden. In Norwegen und Schweden gibt es zwar ein ähnliches Gesetz, aber Touristen aus dem Ausland sind davon bisher nicht betroffen.
Sind Winterreifen wirklich besser?
Bereits ab einer Temperatur von 7°C (und niedriger) sind Winterreifen klar im Vorteil. Bei dieser Temperatur haften sie wesentlich besser auf dem Untergrund. Die spezielle Gummimischung verkürzt den Bremsweg um mindestens 65% im Vergleich zu Sommerreifen.
Die hoch lamellierte Laufflächenkontur und eine Vielzahl an Greifflächen sorgen für eine optimale Traktion und rasche Ableitung des Wassers aus der Aufstandsfläche – Aquaplaning stellt damit eine wesentlich geringere Gefahr dar. Auch die Beschleunigung mit Winterreifen unter winterlichen Bedingungen ist einfacher, die Spurenstabilität besser und die Kraftübertragung exakter.
Machen Sie den Winterreifen-Check
Aufgrund der langen Einlagerung muss zunächst der Luftdruck geprüft werden. Ist dieser zu gering, kann sich der Reifen verformen.
Den genauen Wert für den Luftdruck finden Sie im Tankdeckel oder in der Betriebsanleitung.
Die Profiltiefe sollte nicht mehr als vier Millimeter betragen. Wird dieser Wert überschritten, verlängert sich der Bremsweg drastisch.
Außerdem sollten Sie die Winterreifen auf Beschädigungen untersuchen – ein eingefahrener Nagel beispielsweise ist nicht selten der Fall.
Generell gilt: Tauschen Sie die Winterreifen spätestens alle sechs Jahre aus. Das Herstellerdatum finden Sie auf der Seitenwand. Die Zahl 1806 zum Beispiel bedeutet, dass der Reifen in der Kalenderwoche 18 des Jahres 2006 hergestellt wurde.
Sicher durch den Winter
Die Winterreifen sollten in den letzten beiden Oktoberwochen aufgezogen werden. Ansonsten gilt vor allem eines: Fahren Sie vorausschauend.
Bei Schnee und Eisglätte sollten Sie generell langsam fahren, damit das Fahrzeug in jeder Situation rechtzeitig zum Stehen gebracht werden kann. Starkes Abbremsen sollte vermieden werden. Fahren Sie vor allem vorsichtig, damit auch Sie sicher durch den Winter kommen.
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