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Fahrtenschreiber




Ein Thema, das bei allen Lkw-Fahrern allgegenwärtig ist, ist das Thema Lenk- und Ruhezeiten. In diesen Vorschriften werden die Zeiten, in denen ein (Berufs-) Kraftfahrer Auto fahren darf oder sich erholen muss sehr streng festgelegt. In Europa gelten diese Vorschriften für alle Fahrer, die mit einem Fahrzeug über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht unterwegs sind. Und damit niemand schummelt, müssen alle Angaben in einem Fahrtenschreiber angezeigt und langfristig aufgezeichnet werden.

Alle derzeit gültigen Gesetze und Verordnungen basieren auf Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft (EG), dem Vorläufer unserer heutigen Europäischen Union (EU). Leider haben die damaligen Bürokraten für den Fahrtenschreiber keinen sehr schönen Namen gefunden, im schlichten Beamten-Deutsch heißt dieser Apparat einfach EG-Kontrollgerät. In der ersten Generation sah dieser Fahrtenschreiber oder Tachograf aus wie ein normales Tachometer. Auf einer Papierscheibe wurden jeden Tag die Lenk- und die Pausenzeiten sowie die zurückgelegte Wegstrecke und die dabei gefahrene Geschwindigkeit festgehalten.

Seit dem Jahr 2006 gilt bei den Fahrtenschreibern eine neue Zeitrechnung. Ab jetzt müssen neu zugelassene Fahrzeuge mit einem digitalen Kontrollgerät ausgerüstet werden. Auf den ersten Blick sieht dieser Fahrtenschreiber einem Autoradio zum Verwechseln ähnlich. Alles, was ein Kraftfahrer nun mit seinem Auto treibt, das Fahren, die Pausen oder die sonstigen Arbeiten werden nun manipulationssicher digital registriert. Obendrein werden noch die zurückgelegte Wegstrecke und Überschreitungen der Höchstgeschwindigkeit registriert.

Dazu erhält jeder Kraftfahrer eine Fahrerkarte, ähnlich seiner Geldkarte, mit einem Speicherchip. Auf dem werden seine beruflichen Aktivitäten der letzten 28 Arbeitstage aufgezeichnet. Für manchen Kraftfahrer heißt das allerdings, er kann für die Nichteinhaltung dieser Vorschriften auch noch einen knappen Monat später zur Verantwortung gezogen werden. Ebenso lässt sich die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit mit einem digitalen Tachografen beweisen. Für alle Lkw-Fahrer ist nach einer Fahrzeit von höchstens 4,5 Stunden eine Pause von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben, der digitale Fahrtenschreiber erinnert ihn rechtzeitig daran. Ein Kraftfahrer muss von einem Arbeitstag zum anderen eine Pause von mindestens neun Stunden einhalten, um frisch und ausgeruht hinter dem Lenkrad zu sitzen. Sein Fahrtenschreiber dokumentiert die Einhaltung dieser Ruhezeit.

Im elektronischen Fahrtenschreiber ist zusätzlich noch ein großer elektronischer Speicher enthalten, der die Arbeit aller Kraftfahrer des Fahrzeuges für mindestens ein Jahr festhält. Alle diese Vorschriften klingen nicht nur kompliziert, sie sind es auch.

Und trotzdem sind diese Festlegungen äußerst sinnvoll und notwendig, helfen sie doch, Leben zu retten. Leider geschieht alltäglich eine Vielzahl schwerer Lkw-Unfälle, deren Ursache auf übermüdete Fahrer zurückzuführen ist. Das ist nicht immer die alleinige Schuld des Truckers, der wird leider oft von seinem Chef zu Pflichtverletzungen genötigt. Aus diesem Grund hat die EU diese digitalen Fahrtenschreiber zur Kontrolle aller an einem Transport beteiligten Personen eingeführt. In Deutschland werden die Fahrtenschreiber und damit die Lenk- und Ruhezeiten vor allem von der Polizei und vom Bundesamt für Güterverkehr (BAG) kontrolliert.




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