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Bremssattel fest
Ein leidiges Thema am eigenen Fahrzeug sind die Bremsen. Zwar ist die Technik
mit der Entwicklung weiter gereift und mittlerweile sehr standfest, aber feste
Bremssättel gehören dennoch zum bekannten Leid der Autofahrer. Ein fester
Bremssattel kommt häufig bei Fahrzeugen älterer Baujahre vor. Neuere Modelle
haben eher Probleme mit den zahlreichen Sensoren und der aufwendigen Elektronik.
Dennoch sind auch diese Modelle nicht frei von mechanischen Mängeln.
Der Begriff des festen Bremssattels ist in der Autobranche bekannt und
verbreitet. Präzise bedeutet er, dass sich der Kolben in der Bremszange nicht
mehr bewegen lässt. Entsprechend bleiben die Bremsbeläge nach dem Bremsvorgang
an der Bremsscheibe kleben. In der Folge verzögert das Fahrzeug permanent.
Der Verschleiß der Bremsscheiben und der Beläge erhöht sich dramatisch. Durch
die dabei entstehende Reibungswärme, erhitzen sich die Bauteile an der Bremse.
In der Folge kann dies bei einer schnellen Autobahnetappe zum Überhitzen der
Bremsen oder gar zum Platzen der Bremsscheibe führen.
Wer den Verdacht eines festen Bremssattels auf die Schliche kommen will, der
sollte mal vorsichtig mit der Hand auf die Felge greifen. Ist das Material warm,
dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein fester Bremssattel dafür
verantwortlich. Einen weiteren Test kann man an einer leichten Steigung machen,
rollt das Fahrzeug nach Stillstand nicht los, ist der Fall klar.
Wie kommt es jedoch zu einem festen Bremssattel? Grundlegend funktioniert eine
Autobremse hydraulisch. Per Bremspedal wird Druck auf das System gegeben, die
Bremsflüssigkeit presst dabei den Bremskolben heraus. Dieser Bremskolben sitzt
im Bremssattel und überträgt die aufgebrachte Kraft direkt auf den Bremsbelag.
Damit das System dicht ist, besitzt der Kolben einen speziellen Dichtungsring.
Dieser ist gleichzeitig ein Abstreifer von Feuchtigkeit und Schmutz.
Bei erhöhter Fahrleistung oder Fahrzeugalter, wird dieser Dichtungsring porös
und reißt. Alternativ kann diese Dichtung auch verrutschen. Nun ist der
Bremskolben mit seinem blanken Metall sämtlichen Witterungsverhältnissen
ausgesetzt und beginnt allmählich zu rosten. Der Rost verschmutzt die Lauffläche
und sorgt so für eine Schwergängigkeit beim Betätigen der Bremse. Wird das
Fahrzeug längere Zeit abgestellt, kann dieser Kolben sogar gänzlich fest rosten.
Im Pedal wird man diesen Umstand vermutlich nicht merken, da der
Bremskraftverstärker dafür sorgt, dass der Kolben ausrückt. Durch den Rost kann
die Bremse jedoch nicht mehr in ihren Ausgangszustand zurück gelangen.
Abhilfe kann man selbst schaffen. Ist die entsprechende Bremse identifiziert, so
muss das Fahrzeug aufgebockt werden und das entsprechende Rad abgenommen werden.
Der Bremssattel ist meist mit 2 – 3 Schrauben befestigt. Nach Lösen, kann man
den Bremssattel über die Bremsscheibe ziehen. Riefen und feststehende
Bremsbeläge können dies erschweren oder verhindern.
Entsprechend müssen die Beläge auseinander gedrückt werden. Dies geht am Besten
mit einem flachen Eisen. Der Druck ist nicht allzu stark, muss aber wegen der
geringen Fließgeschwindigkeit von Öl lange aufrechterhalten werden. Ist der
Bremssattel ab, können die Beläge entnommen werden. Die Bremskolben sind nun
frei zugänglich und können mit einer Drahtbürste gereinigt und anschließend
geschmiert werden.
Ist die Dichtung defekt, hilft nur ein Austausch für dauerhafte Funktion. Ist
sie verrutscht, kann man sie mit etwas Geschick in ihre Ausgangsposition
bringen. Beim Wechsel muss in der Regel die Bremse zerlegt werden. Dies ist dann
Sache für einen Profi, da auch Bremsflüssigkeit entweicht.
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