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Eingefrorene Handbremse
Dieser Winter hat es in sich. Dichter Schneefall, Dauerfrost und Temperaturen bis -20 Grad Celsius machen nicht nur Mensch und Tier das Leben in Stadt und Land schwer. Auch des Deutschen liebstes Spielzeug friert bei sibirischer Kälte regelrecht ein. Bei zugefrorenen Türschlössern hilft Türschlossenteiser, für die Windschutzscheibe gibt’s Eineisungsspray. Doch was, wenn die Handbremse eingefroren ist?
Gerade bei modernen Autos ist das Einfrieren der Handbremse – auch Feststellbremse genannt – ein Hinweis auf einen technischen Defekt. Grund für das Festfrieren ist das Eindringen von Wasser, bei jüngeren Fahrzeugen ist das allerdings grundsätzlich nicht möglich. Hier sollte der Wagen in jedem Fall in einer Werkstatt überprüft werden. Bei älteren Modellen ist der Seilzug der Handbremse oft weniger gut geschützt und kann, ist er während der Fahrt nass geworden, bei Minusgraden schnell festfrieren.
In jedem Fall gilt: Nicht mit festgefrorener Bremse losfahren, das beschädigt nicht nur Reifen und Bremsbacken, es ist zudem gefährlich, da sich das Auto nicht kontrolliert lenken lässt. Allerdings kann durch kurzes Vor- und Zurücksetzen des Wagens versucht werden, die eingefrorene Bremse zu lösen. Gerade bei rückwärtigem Anfahren löst sich eine nicht allzu stark angefrorene Feststellbremse meist mit einem leichten Knacken.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Handbremse mittels Wärme zu lösen. Dazu das Auto mit Hilfe des Wagenhebers aufbocken und prüfen, ob die Bremsbacken selbst oder der Seilzug eingefroren ist. Meist friert der Seilzug direkt an der Gabelung zu den Hinterrädern fest. Der oft gegebene Tipp, einen Topf heißes Wasser unter den Wagen zu stellen, um dem Frost durch den aufsteigenden warmen Wasserdampf zu Leibe zu rücken, ist bei Dauerfrost und Temperaturen weit unter 10 Grad minus allerdings nicht zu empfehlen, da der Wasserdampf zu schnell auskühlt und die Feuchtigkeit, wenn sie auf das kalten Blech trifft, den Frost eher fördert denn beseitigt.
Besser ist da die Zufuhr trockener Wärme. Sind eine Kabeltrommel und eine nahe liegende Steckdose zur Hand, kann versucht werden, die eingefrorene Handbremse mit Hilfe eines Föns zu erwärmen. Wenn alles nicht hilft und die Feststellbremse einfach zu stark eingefroren ist, bleibt nur noch eins: Den Abschleppdienst rufen und das Auto in eine Werkstatt bringen lassen, in der es, trocken und warm aufbewahrt, nun langsam auftauen kann.
Um nicht wieder in eine derartige Misere zu geraten, empfiehlt es sich im Vorfeld, den Wagen im Herbst in die Autowerkstatt zubringen und auf seine Wintertauglichkeit prüfen zu lassen. Hier kann auch die Handbremse mittels verschiedener Präparate vor späterem Einfrieren geschützt werden.
Auch ist es bei starkem Frost sinnvoll, den Wagen nicht durch Anziehen der Handbremse, sondern durch Einlegen des ersten Ganges zu sichern, sofern es die Beschaffenheit des Parkplatzes zulässt. Aber Vorsicht: Aus versicherungstechnischen Gründen sollten die Räder zusätzlich durch Keile gesichert werden.
Mit diesen vorbeugenden Maßnahmen bleibt die morgendliche Überraschung der festgefrorenen Handbremse aus und dem Weg zur Arbeit oder dem Ausflug ins Wochenende steht nichts im Wege.
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