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Autowebsite » Fahrsicherheit » Antischlingerkupplung

Antischlingerkupplung




Laut einer Statistik des Bundesamtes für Straßenwesen aus dem Jahr 2007 sind PKW-Gespanne auf unseren Straßen heute relativ sicher unterwegs. Das war aber nicht immer so. Wohnwagengespanne führten oftmals ein gefährliches Eigenleben, vor allem, wenn sie anfingen zu schaukeln und anschließend ins Schlingern gerieten.

Wer ein solches Ereignis einmal gesehen hat, dem konnte der Atem schon ins Stocken geraten. Und wer selbst ein Gespann gelenkt und das Schlingern miterlebt hat, erinnert sich sicher noch mit unguten Gefühlen an den Adrenalinschub beim Aufschaukeln des Caravans. Dabei musste für diese Situation nicht einmal ein Fahrfehler vorliegen oder ein fahrlässiges Verhalten des Fahrers verantwortlich sein. Nein, Anhänger tendieren generell zum Tänzeln und zum Ausbrechen. Diese Eigenschaften können nun seit ein paar Jahren wirkungsvoll mit einer neuen Sicherheitsmaßnahme, der so genannten Antischlingerkupplung, vermieden werden.

Die Antischlingerkupplung ist eine spezielle Ausführung einer Anhängerkupplung. Sie dient der zusätzlichen Stabilisierung des Anhängers während der Fahrt auf mechanischem Weg. Während normale Anhängerkupplungen lediglich das Trennen des Anhängers vom Zugfahrzeug verhindern, ermöglichen Antischlingerkupplungen aufgrund ihrer Bauweise eine weitere Stabilisierung. Sie unterstützen dabei den Vorgang der Auflaufbremse, die auf Druck des Anhängers reagiert. Bei einem Bremsvorgang des Zugfahrzeuges möchte der Anhänger unvermindert weiterrollen.

Deshalb wird er beim Erreichen eines bestimmten Druckwertes automatisch abgebremst, um so ein seitliches Ausbrechen zu verhindern. Die Antischlingerkupplung ihrerseits ist mit zusätzlichen Bremsbelägen ausgestattet. Dadurch wird die Reibung der Deichsel in der Kupplung erheblich erhöht und gleichzeitig der Bewegungsspielraum deutlich verringert.

Im Ergebnis bedeutet dies eine Steigerung der kritischen Geschwindigkeit eines Gespanns um ca. 20 km/h und eine Minimierung des Risikos bei gleich bleibendem Fahrtempo. Auch im Hinblick auf so manchen Beladungsfehler ist die Wirkung der zusätzlichen Stabilisierungshilfe sehr hilfreich. Sie ermöglicht es PKW-Gespannen mit Antischlingerkupplung sogar auf schlecht reparierten oder unebenen Wegstrecken mit Tempo 100 kontrolliert zu fahren. Ebenso sind Pferdetransporte dank der Antischlingerkupplung nicht mehr dem großen Schleuderrisiko ausgesetzt, welches durch das große Gewicht und vor allem das unkalkulierbare Verhalten der Tiere während der Fahrt bestand.

Die positive Wirkung der Antischlingerkupplung auf die Sicherheit veranlasste die Anhängerhersteller ihre Neuprodukte überwiegend mit Antischlingerkupplungen auszustatten. Lediglich bei älteren Modellen besteht in diesem Punkt heute noch Nachholbedarf. Aber durch eine einfache Nachrüstung kann hier Abhilfe geschaffen werden. Die Montage ist problemlos. Bei Antischlingerkupplungen sind zwei Dinge besonders zu beachten.

Der hohe Federdruck der Bremsbeläge an die Kugel des Fahrzeugs sollte axial, also von hinten nach vorne wirken. Und das Ankuppeln sollte über einen Hebelmechanismus erfolgen, der verschiedene Einstellungen zulässt. So hat beispielsweise beim Fahren die Stabilisierung oberste Priorität und beim Rangieren eine offene Positionierung für ein kontrolliertes Bewegen des Anhängers.

Abschließend noch ein Tipp: um das zusätzliche Sicherheitsmoment der Antischlingerkupplung voll zu nutzen, darf der Kugelkopf des Zugfahrzeugs auf keinen Fall gefettet sein. Kommen die Bremsbeläge in der Antischlingerkupplung mit Fett in Berührung, zeigen sie keine Wirkung mehr und müssen gegen neue, fettfreie ausgetauscht werden.




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