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Verchromen
Vor allem bei Fahrzeugen älteren Datums, seien es nun Oldtimer oder Automobile im Retro-Look, hat die altbewährte Verchromung noch immer einen sehr hohen Stellenwert. Einerseits ist eine spiegelblanke Chromoberfläche stets ein optisches Highlight und kann sehr aufwertend wirken, andererseits ist eine auf diese Weise veredelte Metalloberfläche hervorragend vor jeglichen Witterungseinflüssen geschützt.
Bei neueren Serienfahrzeugen findet man Verchromungen leider immer seltener, da die Herstellung sehr aufwendig ist und vielfach Kunststoffteile Verwendung finden. Diese könnten zwar auch mit einer Metallschicht überzogen werden, doch wird dies nur sehr selten angewendet; im Zweiradbereich werden Blinkleuchten, Scheinwerfer und Tachometergehäuse aus Spezialkunststoff seit längerer Zeit bereits verchromt.
Wer sein Fahrzeug im Zusammenhang mit einem technischen Tuning ebenfalls einem optischen Tuning unterziehen möchte, für den bietet sich die Verchromung durchaus als attraktive und hochwertige Oberflächenveredlung an. Allerdings hat diese Qualität auch ihren Preis. Für sehr gute Verchromungen sind schnell einige hundert Euro ausgegeben. Deshalb sollten verchromte Teile am Auto eher als dezente optische Auflockerung gesetzt und nach Möglichkeit keine übermäßig großen Flächen auf diese Weise veredelt werden. Als Faustregel sollten 1 bis 3 % der gesamten sichtbaren Fläche gelten.
Der Vorgang des Verchromens ist sehr kompliziert und erfordert teures technisches Equipment sowie jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet der Oberflächenveredlung von Metallen. Dem Laien sei daher abgeraten, dies in Eigeninitiative durchführen zu wollen. Das Resultat sähe grauenvoll aus und hätte nichts mit einer spiegelblanken Oberfläche gemein.
Kurz umschrieben ist das Verchromen ein elektrochemisches Verfahren, bei dem in mehreren speziellen galvanischen Bädern nach und nach verschiedenen hauchfeinen Metallschichten auf dem Werkstück abgeschieden werden. Die Bäder sind mit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit gefüllt und enthalten das abzuscheidende Metall in Form von Ionen. Diese Ionen liegen frei beweglich vor und folgen dem elektrischen Strom, der durch das Becken geleitet wird. Das Werkstück bildet dabei einen elektrischen Pol. An ihm scheidet sich dann mit der Zeit eine sehr dünne Chromschicht ab. Das abgeschiedene Metall muss dem galvanischen Bad in Form von Metallsalzen wieder zugeführt werden.
Generell ist es sehr wichtig, dass das Werkstück sorgfältig gesäubert wird. Farbreste, abgeplatzter Altchrom, Rost und vor allem auch Verzinkungsrückstände müssen vor der Abgabe beim Verchromer restlos entfernt werden! Als Grundregel gilt hierbei, ja sauberer und glatter die Werkstückoberfläche ist, desto besser hinterher das Resultat. Beim Vorbehandeln der Oberflächen keine zu harten Draht- oder Schmirgelbürsten verwenden. Falls möglich, sollte die Werkstückoberfläche poliert oder zumindest mit einem sehr feinen Schleifpapier vorgeschliffen werden. Es empfiehlt sich auch ein Einölen der fertig vorbehandelten Teile, da diese sonst bei längerem Zwischenlagern wieder beginnen zu korrodieren.
In aller Regel wird Glanzchrom aufgebracht. Es gibt aber auch noch andere Verchromungsarten (Mattchrom oder Schwarzchrom). Es muss im Vorfeld geklärt werden, welche Optik die Metalloberfläche später haben soll. Auch Aluminiumteile oder Edelstahl können verchromt werden.
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