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Luftfederung
Die Luftfederung ist ein Prinzip zur Federung von Fahrzeugen und ersetzt die übliche und preiswertere Stahlfederung. Erste Luftfederungen wurden bereits in den zwanziger Jahren im LKW-Bau eingesetzt. Heute ist die Verwendung von Luftfederungen eine Eigenschaft, durch die sich Wagen der oberen Mittelklasse und Oberklasse auszeichnen.
Als Gasgemisch ist die Luft kompressibel. Dies bedeutet, dass das Volumen
eines Gases oder Gasgemisches unter Erhöhung des Drucks verringert werden kann.
So erhöht sich auch die Massedichte des Volumens. In der Fahrzeugtechnik wird
hierfür ein mit Druckluft, komprimierter Luft, gefüllter flexibler Luftbalg
(Gummihohlkörper) verwendet.
Durch einen Kompressor wird Luft in den Vorratsraum gefördert. Über Niveauregelventile gelangt die Luft zu den Luftfederelementen. Dies sind Einheiten aus Federbalg und Luftkammer. Zwei Ventile sind besonders wichtig, zum einen das Einlassventil, durch welches Luft aus dem Vorratsraum in den Luftbalg einströmen kann, und zum anderen das Auslassventil, welches den Ausstrom von Luft aus dem Vorratsraum reguliert.
Luftausstrom führt zur Absenkung des Fahrzeugs und analog der Einstrom von komprimierter Luft zur Erhebung. Die Regulation der Niveauänderung erfolgt üblich durch die mechanische Verbindung von Ventilen und Fahrzeugachsen. Mittlerweile hat sich hier jedoch die elektronische Steuerung durchgesetzt. So kann eine flexiblere und entsprechend komfortablere Niveauanpassung bei Bewegungen und Belastungen des Fahrzeugs erfolgen.
Das Grundprinzip der Luftfederung lässt sich einfach selbst nachvollziehen: Eine übliche Fahrrad-Luftpumpe, bei der das Auslassventil zugehalten wird, kann bis zu einem bestimmten Punkt betätigt werden. Sobald man den Griff freigibt, springt das Griffelement aufgrund der erwirkten Kompression in seine Ausgangslage zurück.
Des Weiteren wird in zwei Arten der Luftfederung unterschieden: Die Zusatzluftfederung, bei der eine Stahlfeder die Basisfederung leistet und die Luftfederung ergänzend zur Feinabstimmung beiträgt, sowie die Vollluftfederung.
Einsatz findet die Luftfederung vor allem bei Wagen der oberen Mittelklasse und Oberklasse, da sie teurer ist als die übliche Stahlfederung. Die Vorteile liegen in einer ruhigen und komfortablen Fahrweise sowie einer variablen Fahrzeughöhe. Auch Omnibusse sind luftgefedert, da diese vor allem den Ein- und Ausstieg von Passagieren durch einseitige Absenkung auf Bordsteinniveau gewährleisten müssen.
Die Nachrüstung von Luftfahrwerken ist bei den meisten Fahrzeugen möglich. Bei eigenständigen Reparaturen ist stets zu beachten, dass der Umgang mit Druckluft gefährlich ist und diese vor Arbeiten an Druckluftfederlementen komplett abgelassen werden sollte. Experten wird geraten, eine Luftfederung begrenzt selbst zu reparieren. Hierzu gehört der Luftbalg als auch das Hauptregelventil. Von der eigenständigen Reparatur von Nebenventilen wird jedoch abgeraten. Auch sollte stets das Kosten-Nutzen-Verhältnis eigenständiger Reparaturen vorab geklärt werden.
Fehlfunktionen sind oft auf undichte Steuerbolzen oder undichte Rückschlagsicherungen im Einlassventil zurückzuführen. Dies kann dazu führen, dass eine Entlüftung des Arbeits- und Vorratskreislaufs erfolgt und sich das Fahrzeug bis auf die Bodenplatte absenkt. Auch Fehlfunktionen der elektronischen Steuerung sind nicht auszuschließen.
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